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Dies ist der Blog zu unserem Forum Holy Secrets. Hier findet Ihr Informationen zum Forum und dem Team, sowie nützliche Dinge wie Avas, Thinspos und anderem. Wie in unserem Forum gilt auch hier der Leitspruch: Sei Willkommen und fühl Dich Zuhause^^ LG, Kamikatze.

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Depression

Häufigkeit

Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Krankheiten: Das Risiko, im Laufe des Lebens an einer Depression zu erkranken, liegt bei 16 bis 20 Prozent. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Nach einer depressiven Phase liegt das Risiko, erneut an einer Depression zu erkranken, bei etwa 50 Prozent.

Biologische Erklärungsansätze

Biologische Erklärungsansätze führen Besonderheiten im Aufbau und in der Aktivität des Gehirns als Ursache bzw. Risikofaktor für Depressionen an. So zeigt sich z.B., dass bei Depressiven diejenigen Regionen des Gehirns, die für die Entwicklung von Zielen und die Entstehung positiver Gefühle zuständig sind, weniger aktiv sind. Hirngebiete, die das Verhalten in neuen Situationen und sozialen Kontakten steuern, sind bei den Betroffenen deutlich weniger ausgeprägt als in der Normalbevölkerung. Andere, an der Erzeugung negativer Gefühle beteiligte Hirngebiete hingegen, sind bei Menschen, die an einer Depression leiden, übermäßig erregt. Auch die Gehirnstrukturen, die die Ausschüttung von Stresshormonen regulieren, sind bei Depressiven überaktiv.

Bei depressiven Personen wurden auch Besonderheiten bzgl. des Hirnstoffwechsels festgestellt: Zwei Hirnbotenstoffe (Serotonin und Noradrenalin), die bei der Entstehung und Regulation von Gefühlen eine wichtige Rolle spielen, sind bei ihnen in geringerem Ausmaß vorhanden.

Schließlich scheinen die Ursachen für Depressionen auch zumindest teilweise genetisch bedingt zu sein: Das Risiko, an einer Depression zu erkranken, ist bei nahen Blutsverwandten von depressiven Menschen erhöht.

Auch im Rahmen von körperlichen Erkrankungen (z.B. Epilepsie, Schilddrüsenerkrankungen) und im Zusammenhang mit manchen Medikamenten (z.B. Arzneien in der Krebsbehandlung) können depressive Störungen entstehen.

Psychologische Erklärungsansätze

Psychologische Erklärungsansätze sprechen negativen Denkmustern, die in der Kindheit erworben wurden, eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Depressionen zu. Durch frühe negative Erlebnisse (z.B. Missachtung durch die Eltern) kann eine Person eine ablehnende Haltung gegenüber sich selbst und ihrer Umwelt entwickeln. Im Sinne eines sich selbst aufrechterhaltenden Teufelskreises wird dieser Mensch nun auch später selbst neutrale Ereignisse negativ erleben und diese als Bestätigung seiner pessimistischen Weltsicht erleben.

Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Entstehung von Depressionen ist der Umgang mit Misserfolgen. Es zeigt sich, dass Betroffene in der Vorgeschichte häufig negative Situationen erlebt haben, in denen es ihnen nicht gelungen ist, die Umstände zu beeinflussen oder zu kontrollieren. Das daraus resultierende Gefühl von Hilflosigkeit schlägt sich bei depressiven Menschen darin nieder, dass sie sich gerade im Umgang mit Problemen sehr passiv verhalten und sich nicht in der Lage sehen, ihr Leben positiv zu beeinflussen.

Im Umgang mit negativen Ereignissen neigen die Betroffenen auch dazu, die Ursache allein in sich selbst zu suchen. Auch in anderen Situationen gehen sie deshalb davon aus, dass sie scheitern werden. So sind sie z.B. bei einer Kündigung davon überzeugt, dass der Grund dafür in ihren mangelnden Fähigkeiten liegt. Andere Ursachen wie z.B. die angespannte wirtschaftliche Lage der Firma ziehen sie nicht in Betracht und werden davon überzeugt sein, dass sie auch bei einem anderen Arbeitgeber keinen Erfolg haben werden.

Fazit

Das Zusammenspiel der beschriebenen biologischen und psychologischen Faktoren führt insgesamt zu einer Anfälligkeit, an Depressionen zu erkranken. Depressive Symptome entstehen dann, wenn bei bestehender Anfälligkeit noch zusätzliche Belastungen (z.B. lang anhaltende Überforderung, Beziehungsprobleme) hinzukommen.

Symptome

Die typischen Symptome einer depressiven Erkrankung sind gedrückte Stimmung, Interessenverlust, Freudlosigkeit und eine Verminderung des Antriebs. Bei einer ausgeprägten depressiven Symptomatik tritt ein lähmendes "Gefühl der Gefühllosigkeit" auf. Die Stimmungslage ist weitgehend unabhängig von der jeweiligen Situation, in der sich die Person befindet: Auch an sich angenehme Tätigkeiten beeinflussen die Niedergeschlagenheit und mangelnde Anteilnahme der Betroffenen nicht.

Neben diesen charakteristischen Beschwerden treten aber häufig auch andere Beeinträchtigungen auf: Viele Betroffene berichten, dass es ihnen schwer fällt, sich zu konzentrieren und sie leiden an Schuldgefühlen und vermindertem Selbstvertrauen. Sie blicken der Zukunft meist pessimistisch entgegen, häufig treten auch Gedanken an Selbstmord auf. Depressive Menschen ziehen sich häufig aus ihrem sozialen Umfeld zurück. Oft ist ihr Schlaf gestört und sie klagen über verminderten Appetit. Sie sind in ihrem körperlichen Ausdruck (Bewegungen, Mimik) häufig gehemmt, es kann aber auch Ruhelosigkeit und Bewegungsunruhe auftreten. Im Rahmen einer depressiven Erkrankung können Reizbarkeit und Ängste entstehen.

Auch berichten manche Betroffene von einer Vielzahl körperlicher Beschwerden (z.B. Schwindel, Kopfschmerz, Kloßgefühl im Hals), für die sich keine medizinische Erklärung finden lässt. In seltenen schweren Fällen können neben den depressiven Beschwerden auch psychotische Symptome auftreten: Die Betroffenen hören Stimmen, die sie beschimpfen und leiden unter dem Wahn, sie hätten schlimme Sünden begangen oder es würde bald eine Katastrophe geschehen.

Diagnose

Um die Diagnose einer Depression zu stellen, müssen über einen Zeitraum von mehr als zwei Wochen mindestens zwei der typischen Beschwerden (gedrückte Stimmung, Interessenverlust, Freudlosigkeit und Antriebsminderung) und zwei der übrigen Symptome vorliegen.

Depressive Erkrankungen werden abhängig davon, wie viele Symptome vorhanden sind, in drei Schweregrade (leicht, mittelgradig, schwer) unterteilt. Ein weiteres Kriterium dafür, welche Form der Depression diagnostiziert wird, richtet sich nach dem Verlauf der Erkrankung: Tritt eine einzelne Phase depressiver Beschwerden auf, spricht man von einer depressiven Episode. Treten solche Episoden wiederholt auf, wird die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung gestellt. Bei manchen Betroffenen sind die Symptome nicht stark genug ausgeprägt, um eine depressive Episode feststellen zu können, sie klagen aber über eine über Jahre anhaltende depressive Verstimmung. Bei einer solchen anhaltenden Stimmungsbeeinträchtigung wird die Diagnose Dysthymia gestellt.

Zur Feststellung, welche und wie viele depressive Symptome bei der betreffenden Person vorliegen, dient dem Psychologen oder Arzt in erster Linie ein ausführliches Gespräch, in dem die verschiedenen Bereiche, in denen Beeinträchtigungen vorliegen können, abgefragt werden. Als Hilfestellung dazu liegen Interviewleitfäden vor. Auch gibt es eine Reihe von Fragebögen, mit deren Hilfe erfasst wird, ob und in welchem Ausmaß depressive Symptome in der vergangenen Zeit vorlagen. Diese Fragebögen gibt es sowohl als Selbsturteilungsverfahren für die Betroffenen selbst, als auch als Fremdbeurteilungsinstrument für den behandelnden Arzt oder Psychologen. Neben der Diagnose dienen diese Fragebögen später im Verlauf der Behandlung auch dazu, festzustellen, inwieweit und in welchen Bereichen bereits Verbesserungen aufgetreten sind.

Benzodiazepine

Um die Zeit bis zur Wirkung der Antidepressiva zu überbrücken, werden häufig so genannten Benzodiazepine eingesetzt. Sie gehören zur Gruppe der Beruhigungs- und Schlafmittel und können abhängig machen, sodass sie nur kurze Zeit verwendet werden dürfen.

Psychotherapeutische Behandlung

Die psychotherapeutische Behandlung nähert sich mit unterschiedlichen Methoden den Bereichen, die durch die depressive Erkrankung beeinträchtigt sind: Um gegen den Aktivitäts- und Interessenverlust und den damit einhergehenden Mangel an positiven Erfahrungen anzugehen, wird in der Therapie gemeinsam mit dem Erkrankten eine aktivere Tagesstruktur erarbeitet. Dabei werden bewusst gewählte angenehme Tätigkeiten mit eingebaut. Dadurch soll der zunehmende Rückzug des Betroffenen aufgehalten werden, der auch dazu führt, dass immer weniger positive Dinge erlebt werden und so die Depression verstärkt wird.

Anfangs fällt es depressiven Menschen oft schwer, ihr Leben wieder aktiver zu gestalten, mit der Zeit wird aber meist spürbar, dass sich dies positiv auf ihre Stimmung auswirkt. Um auch im sozialen Umfeld wieder befriedigendere Beziehungen herstellen zu können, wird mit den Betroffenen auch in Kommunikationsübungen und Rollenspielen der positive Umgang mit anderen Menschen geübt. Ein wichtiger Ansatzpunkt in der Psychotherapie sind auch die negativen Denkmuster, welche die Sicht des Depressiven auf sich und die Welt prägen. Zunächst geht es darum, herauszuarbeiten, mit welcher Einstellung die jeweilige Person sich und ihrem Umfeld begegnet und wie sich diese auf das eigene Befinden auswirken. Diese Haltung wird dann in der Therapie hinterfragt und gemeinsam hilfreichere Denkmuster entwickelt. Gegen Ende der Therapie geht es darum, Strategien zu erarbeiten, wie zukünftig Rückfälle vermieden werden können: Der Betroffene soll danach in der Lage sein, Anzeichen für eine mögliche Verschlechterung zu erkennen und rechtzeitig (z.B. wieder durch eine bewusste Tagesstrukturierung) gegenzusteuern.

Nach dem Abklingen der akuten depressiven Symptome kann es auch sinnvoll sein, in einer tiefenpsychologischen Behandlung den Ursachen der Erkrankung genauer auf den Grund zu gehen. Dabei werden in erster Linie Erlebnisse aus der Kindheit und Jugend bearbeitet und Störungen in aktuellen sozialen Beziehungen besprochen.

Verlauf

Depressionen verlaufen individuell sehr unterschiedlich. Entscheidenden Einfluss haben dabei die Anzahl der bereits erlebten depressiven Episoden, deren Dauer und Intensität sowie die Dauer der beschwerdefreien Zeit zwischen den depressiven Phasen.

Die Dauer einer depressiven Episode beträgt in der Regel etwa fünf Monate, die Zeit zwischen den depressiven Phasen liegt durchschnittlich bei etwa vier bis fünf Jahren. Bei bis zu zwei Drittel der Betroffenen kann eine weitgehende Verbesserung erreicht werden, sodass ihr Alltag – wenn überhaupt – nur noch wenig durch die depressiven Symptome beeinträchtigt wird. Das Risiko, dass eine Depression chronisch wird, beträgt 10 bis 20 Prozent, die Selbsttötungsrate liegt bei etwa 15 Prozent.

Die Prognose wird von folgenden Faktoren beeinflusst: Frauen sowie Menschen, die früh erkrankt sind oder schon früher depressive Episoden erlebt haben, haben ein erhöhtes Risiko, erneut depressiv zu werden. In diesem Zusammenhang kommt der Vorbeugung von Rückfällen durch eine medikamentöse Erhaltungstherapie und psychotherapeutische Strategien eine besondere Bedeutung zu.

Zu den Komplikationen bei Depressionen gehört, dass in über 75 Prozent der Fälle gleichzeitig andere Beschwerden vorliegen: Neben körperlichen Erkrankungen wie Asthma und Herzerkrankungen sind auch begleitende psychische Störungen wie Angsterkrankungen, Essstörungen und Substanzmissbrauch häufig. Dabei ist in manchen Fällen die Depression Ursache für weitere Erkrankungen, in anderen eher die Folge.

Vorbeugen

Gerade in schwierigen Lebensphasen, die die Entstehung von Depressionen begünstigen, kann das eigene Verhalten das Auftreten depressiver Symptome beeinflussen: Durch die bewusste Planung positiver Aktivitäten, die Wertschätzung auch kleiner Erfolge und das Fördern ermutigender Denkmuster wird das Risiko, an einer Depression zu erkranken, gesenkt.

Trotzdem können bei bestehender Anfälligkeit, gerade in belastenden Lebenssituationen, Depressionen auftreten. Für die Betroffenen ist es dann oft schwierig zu unterscheiden, ob ihr Befinden einfach eine normale Reaktion auf schwierige Lebensumstände ist, oder ob depressive Symptome vorliegen. Sollten die Beschwerden anhalten und auch z.B. durch eine Verbesserung der Umstände nicht abnehmen, ist es ratsam, sich früh professionelle Hilfe zu suchen. Je später eine Behandlung der Depression beginnt, desto schlechter sind die Heilungschancen: Mit der Zeit verfestigen sich negative Denkmuster und das Erleben positiver Ereignisse wird durch den fortschreitenden Rückzug immer seltener.

Bei der Behandlung von Depressionen ist es wichtig, die Therapie fortzuführen, bis eine Stabilisierung erreicht wurde und auch Maßnahmen zur Rückfallvorbeugung getroffen wurden. Neben der Beibehaltung der in der Behandlung erreichten Verhaltensänderungen ist es für die Betroffenen auch nach der Therapie wichtig, ihr Befinden weiterhin zu beobachten (z.B. durch Führen eines Tagebuchs), um so bei Anzeichen für eine wiederkehrende Depression schnell gegensteuern zu können.

(Quelle: onmeda.de)







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