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Borderline Persönlichkeitsstörung (BPS) oder auch emotional instabile Persönlichkeitsstörung

Symptome


Wie die Grade der Störung selbst, so sind auch die Symptome höchst unterschiedlich. Jeder Betroffene hat ein eigenes Belastungsbild. Die Symptome können bei den Betroffenen auch gegenteilig ausgeprägt sein. Es gibt 2 "Grundtypen" mit bestimmten Tendenzen, eine Gruppe lebt die Aggression eher nach außen aus während die andere sie eher gegen sich selbst richtet, jedoch gibt es hier Überschneidungen. Häufig wird ein Gefühl des Selbsthasses durch Situationen ausgelöst, auf die die Betroffenen überhaupt keinen Einfluss haben. Viele Borderliner haben zusätzlich eine chronisch endogene Depression.

Während bei einer Person mit Bipolarer Störung eine Stimmung für mehrere Wochen anhält, kann ein Mensch mit einem Borderline-Symptom intensive Schübe aus Angst, Depression, Selbsthass oder Wut für einen kurzen Zeitraum oder wenige Stunden erleben, jedoch auch über mehrere Tage und noch deutlich länger. Diese können in Verbindung mit Störungen der Impulskontrolle wie impulsiver Aggression, selbstverletzendem Verhalten und Alkohol- und anderem Drogenmissbrauch auftreten. Es kann zu übermäßigem Geldausgeben oder Essstörungen kommen sowie zu Beziehungssucht und riskanten Sexualpraktiken. Abhängigkeits- oder Suchtverhalten ist eine häufige Begleiterscheinung. Besonders BPS-Betroffene „verlagern ihre Sucht“ (Suchtverlagerung) von einem Bereich in einen anderen, sie wechseln plötzlich die Drogen bzw. den Suchtbereich. Die meist mit der Sucht einhergehenden selbstzerstörerischen Verhaltensweisen verstärken das Krankheitsbild.

Wahrnehmungs- und Bewusstseinsstörungen können zu häufiger Änderung von Langzeitzielen, Karriereplänen, Berufen, Freundschaften, Geschlechtsidentität, Religionszugehörigkeit, der Meinung und Werten führen. Häufig berichten die Patienten, dass sie „sich selbst nicht fühlen können“ (Depersonalisation), oft fühlen sie sich selbst gegenüber fremd, es handelt sich dabei um auch sehr stark auftretende dissoziative Symptome. Manchmal empfinden sich Menschen mit BPS als grundsätzlich schlecht oder wertlos.

Das Verhalten von Borderline-Betroffenen bewegt sich auch oft zwischen Neurosen, Psychosen und Mini-Psychosen.

Selbstverletzendes Verhalten, in schweren Fällen bis hin zum Suizid, ist symptomatisch. Typische Formen sind z. B. Aufkratzen von Mückenstichen, in schwereren Fällen auch das Zufügen von Biss- oder Schnittwunden. Häufig äußern sich verborgener oder offener Selbsthass oder die oft schwer zu erkennende Dissoziation und die Unfähigkeit, die plötzlich auftretenden Spannungen abzubauen, sowie ein Gefühl des „sich nicht mehr Spürens“ in autoaggressivem Verhalten. Eine Gefahr der Selbstverletzung oder eines Selbstmordes kann auch in manchen Fällen zum Zeitpunkt einer Hochstimmung bestehen. Selbstverletzung findet also vor allem zur Selbstbestrafung, zum Spannungsabbau sowie um "sich selbst zu Spüren" statt. Neuere Forschungsergebnisse zeigen, dass Borderline-Patienten ein verringertes Schmerzempfinden besitzen, das heißt auf einen Schmerzreiz weniger reagieren als Vergleichspersonen. Dies wird auf einen aktiven Unterdrückungsmechanismus des Gehirnes zurückgeführt.

Sozialverhalten

Die zwischenmenschlichen Beziehungen sind oft höchst instabil. Die borderlinekranke Person schwankt zwischen vorwurfsvollen Angriffen und Klammerverhalten. BPS-Kranke schwanken zwischen Idealisierung und Entwertung der anderen Person hin und her und fürchten gleichzeitig, verlassen zu werden. Die Betroffenen sind schnell enttäuscht und erbost, wenn andere ihre Erwartungen nicht erfüllen, bleiben aber trotzdem intensiv an sie gebunden. Einige Borderlinekranke demütigen die Personen, die sie lieben, wünschen sich aber gleichzeitig, dass die jeweilige Person bleibt. Besteht eine enge emotionale Bindung zu einem anderen Menschen, kann auch die Tendenz bestehen, die andere Person zu idealisieren.

Bereits kleine Anlässe können starke Gefühlsimpulse auslösen, die vom Betroffenen nicht verarbeitet werden können. Es gibt für viele Betroffene häufig über Tage oder sogar Wochen keinen Ausweg aus der eigenen Gefühlswelt. Häufig werden Äusserungen sowie Kommunikationssignale wie Gesten, Mimik und Betonung sehr intensiv analysiert und auf „Signalwirkung“ hinsichtlich möglicher Angriffe oder feindlichen Verhaltens untersucht. Ursache ist eine häufig anzutreffende generelle Erwartungshaltung, dass Kränkungen vom Gegenüber zu erwarten sind.

Die Angst, verlassen zu werden, steht oft in Beziehung mit eigenen, traumatischen Erfahrungen und deren dissoziativer Bewältigung. Dies führt dazu, dass sich der Betroffene oft unbewusst in einer Weise verhält, durch die er die Bezugsperson verliert oder zumindest kränkt. Es fällt den Betroffenen schwer, Nähe zuzulassen, auch wenn sie ständig danach suchen. Dieses Problem ist ich-synton, das heißt Betroffene wissen nicht bzw. haben höchstens ein unangenehmes Gefühl, dass sie de facto Angst vor Nähe haben.

Das allgemeine soziale Verhalten Betroffener ist nicht nur durch die Belastungserscheinungen alleine zu beschreiben. Es ist immer abhängig vom Menschen, der dahinter steckt, der mit den Problemen und Erschwernissen der Borderline-Störung leben muss. Das erfordert besondere Verantwortung und besondere Anstrengung von beiden Seiten. Da es den Betroffenen aber in vielen Lebenslagen oft schwer bis unmöglich ist, den Erwartungen der Umwelt zu entsprechen, entsteht für diese Personen und ihre Partner meist erhebliches persönliches Leid.

Ursachen

Studien zeigen, dass viele BPS-Patienten eine Vorgeschichte von traumatischen Erfahrungen in der (frühen) Kindheit und Jugend aufweisen aus Missbrauch, gestörten Beziehungen zu den Eltern, über- oder unterengagierte Eltern, Vernachlässigung oder Trennung im jungen Alter. Das ambivalente Elternhaus spielt hier eine wichtige Rolle, denn fast alle Betroffenen berichten über wenig fürsorgliche, wenig emotional unterstützende Eltern, die gleichzeitig diffuse Erziehungsstile und Überkontrolle anwenden. Ebenfalls kommt körperliche Misshandlung häufig vor. 40 bis 71 Prozent der BPS-Patienten berichten von einem sexuellen Missbrauch, 37 bis 64 Prozent von dauerhafter Trennung der Eltern durch Scheidung oder Verlust eines Elternteils.

BPS führt immer zu einer verminderten Belastbarkeit und dadurch zu einer erhöhten Gefahr, zusätzlich traumatisiert zu werden. Erwachsene mit BPS sind auch wesentlich häufiger Opfer von Gewalt, einschließlich Vergewaltigung und anderen Verbrechen. Ungünstige Partner- oder Lebensstilwahl, schädigende Umgebungen und die eigene Impulsivität können dazu beitragen..

Einige Forscher nehmen an, dass BPS-Patienten auch eine vererbte empfindliche Veranlagung für Traumatisierungen haben (siehe Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung). Andere Forscher glauben, dass BPS aus einer Kombination von individueller Verletzlichkeit als kleines Kind plus einer Reihe von auslösenden traumatisierenden Ereignissen verursacht wird.

Es gibt Ähnlichkeiten zwischen BPS und Posttraumatischer Belastungsstörung und Dissoziativer Identitätsstörung (siehe Weblinks), sowohl im Erscheinungsbild als auch bei den Ursachen und der Therapie. (Frühe) traumatische Belastung, eine einzige schwere genauso wie viele (weniger) schwere, führt zu den beschriebenen Symptomen.

Dissoziative Identitätsstörung oder auch multiple Persönlichkeitsstörung

Symptome


Patienten mit einer dissoziativen Identitätsstörung weisen zwei oder mehr unterschiedliche Persönlichkeiten (Alters) auf, die jeweils eigene Gedanken, Erinnerungen, Verhaltensweisen und Gefühle hervorbringen. Man unterscheidet drei Arten der Beziehungen zwischen den Subpersönlichkeiten:

Wechselseitige Amnesie: Die Alters kennen sich nicht.
Wechselseitiges Wissen: Die Alters kennen sich, häufig beobachten sie einander, treten aber nicht miteinander in Kontakt. Manchmal können sie sich durch Stimmen bemerkbar machen. Diese sind aber nicht mit akustischen Halluzinationen zu verwechseln, da die Stimmen von den Betroffenen "im Kopf" wahrgenommen werden und nicht außerhalb (in der Umgebung), wie es bspw. bei einer Schizophrenie der Fall ist.
Einseitige Amnesie: Nur manche der Alters wissen von der Existenz der anderen.
Verschiedene Verfahren zur Sicherung der Diagnose werden nach wie vor diskutiert: es existieren zwei verschiedene Verfahren, in denen signifikante gedoppelte oder vervielfachte Hirnstromkurven nachgewiesen werden;

ein psychopharmakologisches Verfahren weist nach Verabreichung von Sodium amobarbital einen tranceähnlichen Zustand, in dem unterschiedliche Persönlichkeiten auftreten, auf;
klinische Hypnose kann den Zugang zu den verschiedenen Persönlichkeiten ohne chemische oder physikalische Hilfsmittel ermöglichen, ist aber wegen der dabei möglichen Beeinflussung äußerst umstritten.
bildgebende Verfahren ermöglichen den Nachweis, dass jeder der Alters unterschiedliche Nervenbahnen im Gehirn verwendet. Ein niederländisches Team von der Rijksuniversität Groningen unter Leitung von Simone Reinders verwendete die Technik der Positronen-Emissions-Tomografie (PET), um das Gehirn von elf weiblichen Patienten darszustellen, welche unter einer dissoziativen Identitätsstörung litten. Jede Persönlichkeit scheint demnach ihr eigenes "Netzwerk" an Nerven zu verwenden, um Erinnerungen ins Gedächtnios zu rufen bzw. zu unterdrücken, wie der Online-Dienst von "Nature" berichtet. Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachjournal "NeuroImage" (
http://science.orf.at/science/news/100998)
Die differenzialdiagnostische Abgrenzung zu anderen Störungen ist schwierig. Besonders muss die Unterscheidung von der Borderline-Störung oder anderen Persönlichkeitsstörungen, der Schizophrenie oder der Posttraumatische Belastungsstörung (Posttraumatic Stress Disorder, PTSD) getroffen werden.

Patienten mit einer Borderline-Störung leiden unter häufigen Stimmungsschwankungen, oft ohne von außen erkennbare Ursache, die zumindest auf den ersten Blick wie verschiedene Persönlichkeitsanteile imponieren können. Außerdem sind schwerwiegende Identitätsstörungen typisch für das Krankheitsbild.
Auch manche Formen der Schizophrenie weisen Ähnlichkeit zu Symptomen der multiplen Persönlichkeitsstörung auf: Manche dieser Patienten erleben Stimmen, die ihre Handlungen kommentieren und beobachten, ähnlich wie bei ko-bewussten Subpersönlichkeiten.
Die PTSD teilt mit der multiplen Persönlichkeit die traumatische Genese, außerdem treten typischerweise dissoziative Symptome auf. Häufig fühlen die Patienten sich auch von sich selber entfremdet.

Ursachen

In aller Regel wird die Störung auf schwere Traumatisierungen im Kindesalter zurückgeführt, darunter länger andauernde Misshandlungen und Vernachlässigung sowie im besonderen sexueller Missbrauch, oder extreme Erlebnisse mit Verletzten und Toten wie z.B. durch Mord, Krieg, schwere Unfälle, Katastrophen, besonders wenn die Eltern oder Geschwister betroffen sind.

Studien an Patienten mit Dissoziativer Identitätsstörung (Egle, Hoffmann, Joraschky, S. 234) ergaben Raten von sexuellem Missbrauch in der Vorgeschichte zwischen 75% und 94%; Misshandlungen liegen in der gleichen Größenordnung - oftmals in Kombination mit sexuellem Missbrauch. Hierbei sei auch darauf hingewiesen, dass systematische Fehler starken Einfluss auf die Ergebnisse haben, die Studien jedoch generell einen signifikanten Zusammenhang zwischen den genannten Traumata-Faktoren zeigen.

Die Fähigkeit zur Dissoziation ist im Grunde in jedem vorhanden und wurde von jedem durchlebt. In der Kindheit werden die verschiedenen im Grunde dissoziierten Zustände zu einem Ich mit fließenden Übergängen vereint. Gerade Kinder in Todesgefahr oder schwer traumatisierenden Situationen sind oftmals gezwungen, diese Fähigkeit auszubauen und (insbesondere bei sich ständig wiederholender Gewalt) zu verfestigen, um zu überleben.

Nach psychologischen Theorien handelt es sich also um ein effektives Abwehrsystem zum Zwecke des Überlebens. Auf psychischer Ebene werden hierfür unterschiedliche "Personen" erschaffen (Persönlichkeitszustände dissoziiert), die sich an widersprüchliche und miteinander unvereinbare (für Kinder oft auch unverständliche) Umwelt- und Überlebensbedingungen besser anpassen, um dort ihre jeweiligen teilweise konträren Aufgaben besser erfüllen zu können. Dies ermöglicht ein Funktionieren trotz schwerster Belastungen. Im Erwachsenenleben ändern sich jedoch die Ansprüche der Umwelt, wie Konstanz des Charakters und der Handlungen, doch das System ist immer noch "scharf" und kann durch sogenannte "Trigger" wieder aktiviert werden. Beeinträchtigt dies das Leben der Person in starker und schädigender Weise, wird es pathologisch genannt. Häufig finden sich Teilpersönlichkeiten mit unterschiedlichen Aufgaben, z.B. Schutzpersonen (zum Teil auch Innere Selbsthelfer), Kontrollpersonen und Personen, welche die täglich anfallende Routine erledigen.

Dissoziationen können einerseits lediglich internalisiert stattfinden, d.h. die Umwelt erfährt nichts von den Vorgängen in der Psyche der dissoziativen Persönlichkeit. Zumeist treten sie in solchen Fällen in der Form der Entrückung, des Phantasierens und der Trance auf. Auch in Dämmerzuständen findet Dissoziation statt, ohne dass sie externalisiert, also nach außen getragen wird.

Externalisierte Dissoziationen treten durch das aktive Interagieren der abgespaltenen Teil-Persönlichkeit mit ihrer Umwelt auf. Die Persönlichkeit hat dann eine andere Identität, andere Vorlieben, die denen der Ursprungs-Persönlichkeit - bei nicht regressiven Persönlichkeiten meist konträr - gegenüberstehen. Die dissoziierte Persönlichkeit kann meist Dinge ausleben, die die Ursprungs-Persönlichkeit tabuisiert oder verdrängt hat. Dementsprechend kann sie in Herkunft, Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung und Intro- bzw. Extraversion das genaue Gegenteil des ursprünglichen Persönlichkeitszustands sein. Durch die Dissoziation wird das Ausleben unterdrückter Bedürfnisse ermöglicht.

Während die Gastgeber-Persönlichkeit zumeist keine Wahrnehmung der Dissoziation hat, sondern einer Amnesie bezüglich dieser Zustände unterliegt, kann sich die abgespaltene sekundäre Persönlichkeit (im Fall einer dualen Persönlichkeit) teilweise sehr wohl der anderen Persönlichkeitszustände bewusst sein und sich auch in Äußerungen oder Handlungen auf diese beziehen.

Trauma-Forscher um van der Kolk sowie verschiedene Gehirn-Forscher haben jedoch noch weitere Mechanismen auf neurobiologischer Ebene aufgedeckt: so wird unter akuter Lebensbedrohung nicht nur die Informationsverarbeitung im Gehirn in speziellen Trauma-Modi betrieben, sondern dazu werden auch Nervenbahnen im Gehirn getrennt und verändert. Dauerhafte Trennungen und Umverdrahtungen sowie eine Schrumpfung der Amygdala-Region ist in Tierversuchen nachgewiesen worden. Es gibt starke Hinweise darauf, dass diese Mechanismen auch bei (oftmals durch Trigger ausgelöste) Flashbacks von Trauma-Opfern aktiviert werden und höchstwahrscheinlich auch bei der Entstehung von DIS eine zentrale Rolle spielen (vgl. Fiedler).

DIS wird oftmals erst nach langen Jahren der Therapie diagnostiziert, da zum einen viele Symptome auf andere Erkrankungen ebenfalls passen, und zum anderen, weil die Betroffenen gelernt haben, z.B. typische Symptome wie "Zeitverlust" zu leugnen bzw. umzudeuten. Außerdem besteht auf Seiten der Behandelnden immer noch Unwissenheit in Bezug auf DIS.

Die dissoziative Identitätsstörung weist eine hohe Komorbidität mit anderen psychischen Störungen auf, wie z.B. zu Depressionen, Angststörungen oder auch Persönlichkeitsstörungen wie der Borderline-Persönlichkeitsstörung oder der Schizotypischen Persönlichkeitsstörung. Dabei können die komorbiden Störungen wiederum auch eine Reaktion auf die belastenden und traumatischen Erlebnisse sein. Viele Betroffene leiden auch unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung (nach einer Studie von Boon und Draijer 1993 etwa 80%).

paranoide Persönlichkeitsstörung

Hauptmerkmale der paranoiden Persönlichkeitsstörung sind ein durchgängiges Misstrauen, das die betroffene Person dazu veranlasst, neutrale oder freundliche Handlungen anderer als feindselig falsch zu interpretieren. Es besteht eine Neigung zu übermäßiger Empfindlichkeit, die durch Rechthaberei und Streitsucht kompensiert wird. Daher sind Betroffene oftmals sehr verschlossen, weil sie befürchten, infiltriert zu werden oder dass preisgegebene Informationen gegen sie verwendet werden. Sie haben dabei das Gefühl, hintergangen oder ausgenutzt zu werden. Eine überhöhte Wachsamkeit ist keine Seltenheit. Auch nahestehende Personen oder Familienangehörige werden verdächtigt und deren Treue immer wieder in Frage gestellt.

Menschen mit paranoider Persönlichkeitsstruktur neigen zu überhöhtem Selbstwertgefühl und übertriebener Selbstbezogenheit. Aus tiefenpsychologischer Sicht besteht bei Personen mit paranoider Persönlichkeitsstörung die Neigung, eigene Aggressionen auf Mitmenschen zu übertragen und dann dort als Feindseligkeit wahrzunehmen und zu bekämpfen (Projektion). Von ihren Mitmenschen werden Betroffene als scharfsinnige Beobachter beschrieben, als energisch und ehrgeizig. Da sie jedoch andere häufig anklagen, werden sie oftmals ausgegrenzt. Die Ausgrenzung geht meist mit zunehmender Fantasietätigkeit der Betroffenen einher. Auf längere Sicht haben paranoide Persönlichkeiten wegen ihrer geringen Vertrauensbereitschaft und wegen ihres kompromisslosen Vorgehens zunehmende Schwierigkeiten, tiefe zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen und einen geeigneten Beruf zu finden. Ihr sonderlinghaftes Wesen trägt dazu bei. Ihr halsstarriges Verhalten, kombiniert mit ihrem Scharfsinn kann von Vorteil sein, doch hiermit bleiben ihnen hohe Positionen oftmals verwehrt.

Diese Störung geht fast immer mit persönlichen und sozialen Beeinträchtigungen einher, fällt meist schon in Kindheit und Jugend auf und besteht im Erwachsenenalter weiter. Ursächlich werden zum Teil Vererbungsfaktoren genannt, aber auch ungünstige Milieueinflüsse in der frühen Jugend sollen eine Rolle spielen.


schizoide Persönlichkeitsstörung

Nach vorherrschender Auffassung nimmt diese Persönlichkeitsstörung ihren Ausgang von der frühen Kindheit. Eine hochgradige angeborene Sensibilität und Irritierbarkeit wird ebenso als Voraussetzung für ihre Entstehung angesehen wie Formen starker emotionaler Vernachlässigung, chaotischer sozialer Verhältnisse oder auch Formen brüsker mütterlicher Fürsorge. In vielen Fällen weist ein Elternteil psychische Störungen auf und/oder konnte ihr Kind nicht verstehen. Dem Säugling und Kleinkind fehlt ausreichender Schutz zum Ausbilden der ersten selbstständigen Kontakte mit der nächsten Umgebung - solche Versuche wurden entweder gar nicht beantwortet und konnten sich nicht weiterentwickeln, oder es wurde so stark auf sie reagiert, dass nicht die Freude an der Antwort, sondern die Beängstigung durch sie als bleibende Erfahrung im Gedächtnis bleibt.

Eine tiefgehende Kontaktgestörtheit prägt diese Menschen, ihre emotionale Beziehung zur Umwelt und anderen Menschen ist zentral gelockert, sie beschreiben ihr Lebensgefühl häufig wie "unter einer Glasglocke" lebend. Die Welt bleibt blass, die spontane Erlebnisfähigkeit und das unmittelbare Ansprechen der Gefühle sind stark gehemmt. Tiefsitzendes Misstrauen hält sie fast instinktiv anderen Menschen gegenüber auf Distanz. Die ausgeprägte Zwiespältigkeit ihrer Erlebnisart hat dieser Störung den Namen gegeben. Während einerseits fast unbewusst oder im Sehnsuchts- und Phantasiebereich der Wunsch nach inniger Gemeinsamkeit mit anderen Menschen quälend stark vorhanden ist, sind die Wege zum Ausdrücken und Mitteilen überwiegend blockiert, starr und hölzern tritt der Mensch auf, der gleichzeitig innerlich glühen mag. Und unter Druck gesetzt, durch z.B. zu enges Zusammenleben oder heftige Kritik, reagieren sie oft abrupt und befremdlich, scheinen sich gerade gut unter Kontrolle zu haben, bevor sie einen Augenblick später explodieren. Sowohl perfekte Selbstkontrolle als auch explosives Ausbrechen sind die zwei Seiten einer Persönlichkeit, deren emotionale Verbundenheit mit anderen Menschen nur gering belastbar ist.

Beruflich fühlen sie sich in abstrakten Wissenschaften, fern ab von Menschen wohl und können dort zu überaus guten Leistungen fähig sein. Ebenfalls kommt ihnen ihre Flexibilität durch zumeist soziale Ungebundenheit zugute. In der Schule liefern sie mitunter schlechte Leistungen ab, die nicht in Relation zu ihrem Intellekt stehen und ziehen oft Hänseleien auf sich.

Der Begriff der Persönlichkeitsstörung legt eine Fixierung auf die beschriebenen Merkmale nahe. Dennoch ist davon auszugehen, dass solche Störungen unter günstigen Bedingungen sich mildern, Plastizität beweisen und zu Veränderungen gebracht werden können.


histrionische Persönlichkeitsstörung

Charakteristisch für Histrioniker ist der Wunsch, im Mittelpunkt zu stehen. Betroffene sind meistens extravertiert, sozial ungezwungen und kontaktfreudig, haben aber nicht selten auch einen Hang zur Aggressivität. In Stresssituationen reagieren sie oft mit Schuldabwehr und Selbstbemitleidung, aber auch mit aggressivem Verhalten. Nicht selten suchen sie in derartigen Situationen zudem nach Selbstbestätigung und zeigen deutlich ein Bedürfnis nach sozialer Unterstützung.

Das Selbstwertgefühl ist eher schwach ausgeprägt. Sie können die eigene Bedeutung nur schlecht einschätzen, haben dafür aber ein sehr ausgeprägtes Gespür, wie andere auf ihr Auftreten reagieren. Entsprechend wichtig ist für Histrioniker die Bestätigung durch das Umfeld. Um diese Bestätigung zu erreichen, neigen sie zur exzessiven, oft theatralischen Selbstdarstellung.

Histrioniker sind extrem suggestibel. Leicht werden sie durch andere beeinflusst, wobei sie meist nach Übereinstimmung streben und Positionen des Gegenüber übernehmen. Gleichermaßen findet eine Anpassung an das jeweilige Umfeld statt, wobei sich die Persönlichkeit deutlich ändern kann. Die Betroffenen sind sehr leicht zu hypnotisieren und fallen gelegentlich auch allein in Trance.

Sie suchen ständig nach Neuem und nach Stimulation. Dadurch können sie sich leicht in gefährliche Situationen begeben. Sie können schnell enthusiastisch Interesse an etwas gewinnen und es ebenso schnell wieder verlieren. Auch sprachlich wechseln sie das Thema wie ein Grashüpfer. Ihr Sprachstil ist dabei oberflächlich, detailarm und zuweilen impressionistisch.

Ebenfalls reagieren sie schnell auf Modetrends und sind offen für oft wechselnde sexuelle Beziehungen. Das fällt ihnen leicht, da sie sich in Szene zu setzen wissen und viel Zeit und Geld in körperliche Attraktivität investieren. Typischerweise besteht ein ausgeprägter innerer Drang, zu flirten und sich (sexuell) verführerisch zu verhalten. Dabei ist die umfassende Liebe der Zielperson das Motiv, sexuelle Befriedigung dagegen nicht. Innerhalb einer heterosexuellen Beziehung weicht anfängliche, überschwängliche Begeisterung oft gar nicht viel später der Enttäuschung, wobei die jeweiligen Partner nicht viel mehr als Objekte der emotionalen Manipulation sind und keinen Einfluss auf den Gefühlsumschwung haben. Es sollte aber beachtet werden, dass viele Histrioniker in monogamen Beziehungen oder ganz ohne Partner leben, Promiskuität ist kein sicheres Symptom.

Recht bedrohlich für die Betroffenen sind Selbstmordversuche, deren Motiv ebenfalls die Beachtung und Liebe durch das soziale Umfeld ist. Gelegentlich sind erpresserische Drohungen damit verbunden, die Ernst genommen werden sollten. Da es sich um Impulshandlungen im Rahmen der gestörten Persönlichkeit handelt, ist die Vermeidung weiterer Versuche schwierig. Nach vielen Versuchen kommt es dann zum erfolgreichen Suizid. Die statistische Lebenserwartung bei der HPS ist dadurch verkürzt.

Die Diagnose dieser Störung hängt im Gegensatz zu anderen weniger von der Dispositionierung als von der Kultur ab. So fallen Histrioniker seltener auf, wenn ihr Gemütsbereich und sexuelle Freiheit als normal angesehen wird, wie heutzutage im Westen. Das theatralische Auftreten wird ebenfalls in verschiedenen Kulturen unterschiedlich akzeptiert. Es wird von 2-3% Betroffenen ausgegangen. Die Störung tritt bei Frauen sehr viel häufiger als bei Männern auf.

Da antisoziale und histrionische Persönlichkeiten gehäuft innerhalb ein und der selben Familie vorkommen, kann man davon ausgehen, dass eine gemeinsame genetische Disposition vorliegt. Der Erbgang bei genetischem Ursprung ist autosomal-dominant. Entsprechend häufig wird bei den Betroffenen über frühkindliche Erfahrungen familiärer Gewalt und des Missbrauchs berichtet, die von einem psychopathischen, männlichen Mitglied der Familie ausgehen, typischerweise vom Vater.


anankastische (zwanghafte) Persönlichkeitsstörung

Charakteristisch für Histrioniker ist der Wunsch, im Mittelpunkt zu stehen. Betroffene sind meistens extravertiert, sozial ungezwungen und kontaktfreudig, haben aber nicht selten auch einen Hang zur Aggressivität. In Stresssituationen reagieren sie oft mit Schuldabwehr und Selbstbemitleidung, aber auch mit aggressivem Verhalten. Nicht selten suchen sie in derartigen Situationen zudem nach Selbstbestätigung und zeigen deutlich ein Bedürfnis nach sozialer Unterstützung.

Das Selbstwertgefühl ist eher schwach ausgeprägt. Sie können die eigene Bedeutung nur schlecht einschätzen, haben dafür aber ein sehr ausgeprägtes Gespür, wie andere auf ihr Auftreten reagieren. Entsprechend wichtig ist für Histrioniker die Bestätigung durch das Umfeld. Um diese Bestätigung zu erreichen, neigen sie zur exzessiven, oft theatralischen Selbstdarstellung.

Histrioniker sind extrem suggestibel. Leicht werden sie durch andere beeinflusst, wobei sie meist nach Übereinstimmung streben und Positionen des Gegenüber übernehmen. Gleichermaßen findet eine Anpassung an das jeweilige Umfeld statt, wobei sich die Persönlichkeit deutlich ändern kann. Die Betroffenen sind sehr leicht zu hypnotisieren und fallen gelegentlich auch allein in Trance.

Sie suchen ständig nach Neuem und nach Stimulation. Dadurch können sie sich leicht in gefährliche Situationen begeben. Sie können schnell enthusiastisch Interesse an etwas gewinnen und es ebenso schnell wieder verlieren. Auch sprachlich wechseln sie das Thema wie ein Grashüpfer. Ihr Sprachstil ist dabei oberflächlich, detailarm und zuweilen impressionistisch.

Ebenfalls reagieren sie schnell auf Modetrends und sind offen für oft wechselnde sexuelle Beziehungen. Das fällt ihnen leicht, da sie sich in Szene zu setzen wissen und viel Zeit und Geld in körperliche Attraktivität investieren. Typischerweise besteht ein ausgeprägter innerer Drang, zu flirten und sich (sexuell) verführerisch zu verhalten. Dabei ist die umfassende Liebe der Zielperson das Motiv, sexuelle Befriedigung dagegen nicht. Innerhalb einer heterosexuellen Beziehung weicht anfängliche, überschwängliche Begeisterung oft gar nicht viel später der Enttäuschung, wobei die jeweiligen Partner nicht viel mehr als Objekte der emotionalen Manipulation sind und keinen Einfluss auf den Gefühlsumschwung haben. Es sollte aber beachtet werden, dass viele Histrioniker in monogamen Beziehungen oder ganz ohne Partner leben, Promiskuität ist kein sicheres Symptom.

Recht bedrohlich für die Betroffenen sind Selbstmordversuche, deren Motiv ebenfalls die Beachtung und Liebe durch das soziale Umfeld ist. Gelegentlich sind erpresserische Drohungen damit verbunden, die Ernst genommen werden sollten. Da es sich um Impulshandlungen im Rahmen der gestörten Persönlichkeit handelt, ist die Vermeidung weiterer Versuche schwierig. Nach vielen Versuchen kommt es dann zum erfolgreichen Suizid. Die statistische Lebenserwartung bei der HPS ist dadurch verkürzt.

Die Diagnose dieser Störung hängt im Gegensatz zu anderen weniger von der Dispositionierung als von der Kultur ab. So fallen Histrioniker seltener auf, wenn ihr Gemütsbereich und sexuelle Freiheit als normal angesehen wird, wie heutzutage im Westen. Das theatralische Auftreten wird ebenfalls in verschiedenen Kulturen unterschiedlich akzeptiert. Es wird von 2-3% Betroffenen ausgegangen. Die Störung tritt bei Frauen sehr viel häufiger als bei Männern auf.

Da antisoziale und histrionische Persönlichkeiten gehäuft innerhalb ein und der selben Familie vorkommen, kann man davon ausgehen, dass eine gemeinsame genetische Disposition vorliegt. Der Erbgang bei genetischem Ursprung ist autosomal-dominant. Entsprechend häufig wird bei den Betroffenen über frühkindliche Erfahrungen familiärer Gewalt und des Missbrauchs berichtet, die von einem psychopathischen, männlichen Mitglied der Familie ausgehen, typischerweise vom Vater.


ängstliche Persönlichkeitsstörung

Charakteristisch für vermeidende Persönlichkeiten ist, dass sie sich unsicher, gehemmt, unattraktiv und minderwertig fühlen und aus Angst vor Kritik, Zurückweisung und Verspottung soziale Kontakte meiden. Dabei geraten sie nicht selten in soziale Isolation. Ihr geringes Selbstvertrauen wird von anderen meist positiv oder gar nicht gesehen, weil sie sich nicht in den Vordergrund drängen, bescheiden, "pflegeleicht" und verlässlich sind. Schon früh macht sich bei ihnen eine belastende soziale Gehemmtheit bemerkbar, Unfähigkeitsgefühle, Überempfindlichkeit gegenüber negativer Kritik, Schüchternheit, leichtes Erröten und schnelle Verlegenheit. Eine hohe Sensibilität und Erregbarkeit sind angeboren. Sie können dabei in einen Konflikt zwischen Bindungs- und Autonomiebedürfnis (siehe auch: Doppelbindungstheorie) verfallen. Einerseits sehnen sie sich nach Nähe und Sicherheit, andererseit vermeiden sie enge Beziehungen.

Betroffene Kinder z.B. fallen entweder durch ein schnell reizbares und überdrehtes ("cranky" Interaktionsmuster oder aber durch ein verschlossenes und in sich gekehrtes Verhalten auf. Dadurch könnten sie von den Eltern zurückgewiesen und abgewertet werden, ebenso von Freunden und anderen nahestehenden Personen. Das könnte zur Folge haben, dass sich die zunächst nur von außen erfahrbaren Zurückweisungen und Abwertungen zunehmend in Selbstabwertung und Selbstentfremdung verkehren. Freundschaften und soziale Bindungen könnten dadurch kontinuierlich abgesetzt werden. Zusätzlich unterschätzen sie ihre eigenen interpersonellen Fähigkeiten und haben in Stresssituationen oft ungünstige, negative und selbstbezogene Gedanken.

Ihr Verhalten ist Ausdruck von Angst und Hilflosigkeit gegenüber den elterlichen Erziehungspraktiken; später Entfremdung und feindselige Reaktionen. Eltern werden als unterdrückend, feindselig-einengend und wenig einfühlend erlebt.

Die gelegentlich irreführend selbstsichere Erscheinung ist eine Art "äußere Maske" als Folge einer darunterliegenden chronischen Anspannung zum Schutz der leicht aktivierbaren Vulnerabilität.

Es entsteht bei ihnen eine ständige Angst und Anspannung, die zum Rückgang von sozialen Kompetenzen führen. Dies wiederum erzeugt einen Teufelskreis, so dass sie sich entweder gar nicht mehr auf soziale Beziehungen und berufliche Aufgaben einlassen oder nur noch dann, wenn sie sich sicher sind, dass sie dabei nicht verletzt werden. Ständige Selbstzweifel plagen sie. In Gesprächen mit anderen halten sie keinen Augenkontakt, sondern fixieren andere Regionen des Gegenübers oder Gegenstände im Raum. Für neue Erfahrungen oder alternative Möglichkeiten sind sie immer weniger bereit. In sozialen Kontakten wirken sie unzufrieden, gequält, distanziert, der Redefluss ist zu zäh und stockend.

Potentielle Partner müssen bei ihnen oft jahrelange "Prüfungen" durchlaufen um wirklich intim zugelassen zu werden. Beziehungen sind daher selten und oft konfliktbeladen. Sie provozieren Beziehungszusammenbrüche und damit eine Wiederholung der Befürchtungen.

Die gehemmte Persönlichkeitsstörung lässt sich weiter in zwei Subtypen aufteilen, deren Verteilung etwa identisch ist.

~kühl-distanziert
Die eine Gruppe lässt sich als "kühl-distanziert und sozial-vermeidend" ("cold-avoidant" beschreiben.Sie haben Probleme warme Gefühle auszudrücken und sind misstrauisch anderen gegenüber.

~nachgiebig-ausnutzbar
Charakteristisch für die "nachgiebig-ausnutzbare" ("exploitable-avoidant" Gruppe ist, dass sie sich von anderen ausgenutzt fühlen und es ihnen Probleme macht, anderen Grenzen aufzuzeigen.
Es handelt sich bei den beiden Gruppen um Idealtypen. In der Praxis ist eine scharfe Trennung nur schwer möglich, sodass es zu Mischtypen kommt.


abhängige Persönlichkeitsstörung

Die abhängige, auch dependente oder asthenische Persönlichkeitsstörung ist geprägt von überstarken Trennungsängsten, klammerndem Verhalten, geringem Selbstbewusstsein, depressiver Grundstimmung sowie mangelndem Durchsetzungsvermögen und geringer Eigeninitiative. Betroffene fühlen sich schwach, hilflos und inkompetent, weswegen sie häufig ihre Mitmenschen für sich entscheiden lassen. Anderen gegenüber erscheinen sie passiv, unterwürfig und anhänglich. Ihre eigene Meinung äußern sie oft nicht, aus Angst verlassen zu werden. Es wird von weniger als 1% Betroffenen in der Bevölkerung ausgegangen.

In der ICD-10 werden zwei unterschiedlich ausgeprägte Formen geistiger und körperlicher Schwächezustände der Neurasthenie unterschieden. Erstere sind gekennzeichnet durch vermehrt berichtete Müdigkeit nach geistigen Anstrengungen, die häufig verbunden ist mit Konzentrationsschwierigkeiten sowie abnehmender Arbeitsleistung oder Effektivität bei der Bewältigung täglicher Aufgaben. Bei der zweiten Form kommt es bereits nach den geringsten Anstrengungen zum Erleben von Schwäche, das begleitet wird von einer Reihe weiterer körperlicher Beschwerden, vor allem muskulärer und anderer Schmerzen.

Des Weiteren wird zwischen zwei verschiedenen Interaktionsmustern innerhalb der depedenten Persönlichkeitsstörung unterschieden:

~aktiv-dependent
Die stärker mit Anstrengungen verknüpfte Variante ist vor allem lebhaft, sozial angepasst und charmant. Neigungen zu dramatischer Gefühlsbetonung ist vorhanden.

~passiv-dependent
Diese Variante zeichnet sich durch Unterwürfigkeit, Zärtlichkeitsbedürfnis und geringer Anpassung aus.


schizotypische Persönlichkeitsstörung

Die schizotypische Persönlichkeitsstörung ist durch einen oftmals unfreiwilligen Rückzug von sozialen Kontakten gekennzeichnet. Obgleich die Betroffenen mit diesem Defizit nicht glücklich sind, finden sie sich damit ab. Sie können zwar Kontakte knüpfen, tun dies aber nur selten und ungern. Ebenso schwer fällt es ihnen, diese aufrechtzuerhalten. Ihr Misstrauen anderen gegenüber ist groß und wird auch durch längeres Zusammensein nicht abgebaut, sondern steigert sich manchmal sogar in reizbares und aggressives Verhalten. Mitmenschen fällt ihr unzugängliches, gemütsarm und gleichgültig wirkendes Verhalten auf.

Unkonventionalität durchzieht bei ihnen alle Lebenslagen. So reicht ihr äußeres Erscheinungsbild von skurril und grotesk bis ungepflegt. Die Sprache ist idiosynkratisch und enthält Phrasen, die im herkömmlichen Sprachgebrauch völlig unüblich sind. Ihre Glaubensinhalte sind geprägt von Pseudowissenschaften wie Magie oder Esoterik wie auch von paranoiden Gedankengängen. Auch bei kreativen Arbeiten heben sie sich von der Allgemeinheit durch sehr außergewöhnliche Kunstwerke ab, die ihrer hohen Sensibilität zu verdanken sind. Hochgradig Schizotypische indes scheinen selten künstlerisch begabt zu sein, sondern denken und handeln eher technisch-funktionell und abstrakt, wobei man ihre schizotypie-immanenten gelegentlichen Denkstörungen mitberücksichtigen muss.

Da sie mit ihrem übersensiblen Naturell ständig von Reizüberflutung bedroht sind, bauen sie eine Art „seelischen Schutzwall“ auf, der aber auch den Ausdruck von Gefühlen verhindert. In Krisensituationen fällt ihnen logisches Denken schwer, und sie haben Probleme, unwichtige von wichtigen Informationen zu filtern. Stress kann bei ihnen auch körperliche Beschwerden hervorrufen.

Gemeinsam ist allen schizotypen Persönlichkeiten eine angeborene hohe Vulnerabilität, die sie überängstlich, vorsichtig und scheu macht. Sie können sich abrupt gekränkt fühlen und reagieren nicht selten in überzogener, theatralischer Form. Schizotypische Personen sind von Natur aus sehr empfindlich und konnten in ihrer Kindheit keine enge Verbindung zu ihren Eltern aufbauen, sei es, weil die Mutter ihrer Rolle nicht gerecht wurde, sei es, weil sie ebenfalls psychisch krank ist – schizotype Persönlichkeiten findet man häufig in Familien, wo ein Mitglied an Schizophrenie leidet. Auch andere traumatische Erlebnisse spielen nicht selten eine wichtige Rolle. Im Kindes- und Jugendalter ziehen sie häufig Hänseleien auf sich und fallen mitunter durch schlechte Schulleistungen auf, die in keinem Verhältnis zu ihrer Intelligenz stehen. Dadurch flüchten sie in Einsamkeit und Phantasie.


passiv-aggressive Persönlichkeitsstörung

Unter einer Passiv-aggressiven Persönlichkeitsstörung versteht man ein Trotzverhalten, wie es in der Pubertät nicht selten zu finden ist, sich aber darüber hinaus manifestiert. Ein eigner DSM-Code (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) existiert nicht und in der ICD-10 und ihren Vorläuferinnen wird die Störung nur in F60.8 aufgeführt, aber nicht näher beschrieben. Es ist außerhalb der USA recht unüblich diese Störung zu diagnostizieren und groß angelegte Forschungen gibt es noch nicht. Deshalb sollte man, wenn überhaupt, sehr vorsichtig mit der Diagnose sein.

Entstanden ist die Diagnose der passiv-aggressiven Persönlichkeit im 2. Weltkrieg, als Soldaten u. a. den Fronteinsatz verweigerten.

Charakteristisch für diese Persönlichkeitsstörung ist die Widerständigkeit gegenüber Anforderungen mit einer durchgängig negativistischen, angstgetönten und abwertenden Grundhaltung. Dabei handelt es sich um eine Einstellung, die Menschen unterstützt, jedoch gleichzeitig gegenüber Anforderungen passiven Widerstand leistet. Zur zwischenmenschlichen Problemlösung und Aussöhnung sind sie oft nur in einer zynisch-pessimistischen Weise in der Lage.

Es könnte sich um einen Versuch handeln, der Ärger in sozialen Beziehungen ausdrückt, und zwar in einer maladaptiven verbalen und nichtverbalen Art, die nicht oder nur selten zur Lösung führt. Entweder haben die Betroffenen keine sozial angemessene Kompetenz im Umgang mit Ärger und Wut gelernt oder sie haben Angst, dass die Durchsetzung ihrer eigenen Bedürfnisse gehemmt oder behindert wird. Die negativistische Persönlichkeit zeichnet eine besondere Ambivalenz von gleichzeitig beobachtbarer (Dennoch-)Zustimmung und (Dennoch-)Verweigerung, also Bedürfnisbefriedung und Bedürfnisunterdrückung, aus. Kennzeichnend ist eine hohe Aktivität, mit der das Vermeidungsverhalten nach außen rational begründet und durchgesetzt wird.

Menschen mit einer passiv-aggressiven Persönlichkeitsstörung fühlen sich von anderen oft missverstanden, können anhaltend über persönliches Unglück klagen (das sie nicht selten unbewusst selbst inszenieren) und sind häufig mürrische und streitsüchtige Zeitgenossen. Autoritäten gegenüber zeigen sie übermäßige Kritik, ja Verachtung, was ihre Position nicht gerade verbessert. Menschen, die ein offensichtlich glücklicheres Los gezogen haben, begegnen sie mit Neid, Missgunst, Groll oder einem eigenartigen, auf jeden Fall nicht nachvollziehbaren Wechselspiel zwischen feindseligem Trotz und (mitunter fast unterwürfiger) Reue.

Die Ambivalenz im Denken und Handeln und das geringe Selbstwertgefühl, das aus einer solchen Einstellung entsteht (ständige Fremd-Abwertung schlägt zuletzt in eine verheerende Selbst-Abwertung um) führen oft zu Auseinandersetzungen und Streitigkeiten mit der Umwelt. Persönliche Enttäuschungen werden häufig auf andere projiziert.

Oftmals sehen sich negativistische Persönlichkeiten als friedlebig an und halten ihre passiv-aggressive Art für gesellschaftskonform.


narzisstische Persönlichkeitsstörung

Die narzisstische Persönlichkeitsstörung zeichnet sich aus durch mangelndes Selbstbewusstsein und Ablehnung der eigenen Person nach innen, wechselnd mit übertriebenem und sehr ausgeprägtem Selbstbewusstsein nach außen, sie zeigen also ein durchgreifendes Muster von Grandiosität. Daher sind diese Personen immer auf der Suche nach Bewunderung und Anerkennung, wobei sie anderen Menschen wenig echte Aufmerksamkeit schenken. Sie haben ein übertriebenes Gefühl von Wichtigkeit, meinen eine Sonderstellung einzunehmen und auch zu verdienen. Sie zeigen ausbeutendes Verhalten und einen Mangel an Empathie. Es können wahnhafte Störungen mit Größenideen auftreten. Zudem zeigen Betroffene eine auffällige Empfindlichkeit gegenüber Kritik, die sie nicht selten global verstehen und in ihnen Gefühle der Wut, Scham oder Demütigung hervorrufen.

Einige Tiefenpsychologen meinen, dass bei Betroffenen die ideale Vorstellung von sich selbst mit dem realen Selbst in gewisser Weise verschmolzen ist. Weiter ist das Selbst gespalten in Ideal-Selbst und entwertetes Selbst. Diese Selbstrepräsentanzen werden dann auf äußere Objekte projiziert.

Häufigkeit in der Gesamtbevölkerung: ca. 1,0 % , wobei beachtet werden muss, dass verschiedene Klassifizierungsverfahren und unterschiedliche Diagnosen diesen Wert zwischen 0,5% und 2,5% schwanken lassen.

Die narzisstische Persönlichkeitsstörung wird im ICD 10 nur unter der Rubrik "Andere spezifische Persönlichkeitsstörungen (F 60.8)" aufgeführt, jedoch nicht weiter charakterisiert, obwohl sie als Persönlichkeitsdiagnose häufig gebraucht wird. Im anderen großen, multiaxialen Klassifikationssystem, dem DSM-IV der American Psychatric Association, wird die narzisstische Persönlichkeitsstörung auf Achse-II verortet, genauer im Cluster B, der die "launisch, dramatisch, emotionalen" Persönlichkeitsstörungen beinhaltet, so auch zum Beispiel unter anderem die Borderline- Persönlichkeitsstörung.

kombinierte Persönlichkeitsstörung

Eine kombinierte Persönlichkeitsstörung wird diagnostiziert, wenn den Symptomen der Betroffenen keine bestimmten Persönlichkeitsstörungen zuzuordnen sind, sondern die Symptome sich aus verschiedenen Symptomen unterschiedlicher Persönlichkeitsstörungen zusammensetzen. So kann die betroffene Person z.B. paranoide, schizoide und emotional-instabile Verhaltensweisen gleichzeitig aufweisen, ohne aber in eines der Schemen zu passen.

(Quelle: Wikipedia.de)

 







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